An diesem Wochenende sollen die Temperaturen Höchstwerte von 40° Celsius erreichen – die Versorgungsbetriebe rufen deshalb zum Wassersparen auf und warnen vor Wasserknappheit und Druckschwankungen. Die Trinkwasserversorgung ist weiterhin gesichert, dennoch bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger um einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, damit das Netz auch zu Spitzenzeiten stabil bleibt.
Technische Grenzen statt echter Wasserknappheit
„Uns geht das Wasser nicht aus, aber unsere Anlagen stoßen bei extremen Hitzetagen an ihre Leistungsgrenzen.“ erklärt der technische Leiter Christian Meyer. Wenn das Thermometer tagelang über die 28-Grad-Marke klettert, laufen die Rasensprenger, werden Pools und Planschbecken gefüllt – und der Wasserverbrauch schießt schlagartig um mehr als 30 Prozent über die normalen Kapazitäten hinaus.
Das eigentliche Nadelöhr ist dabei die Regeneration des Systems in den Nachtstunden. Normalerweise nutzen wir Wasserversorger diese Zeit, um die Speicher wieder zu füllen. Wenn diese Erholungsphase für die Filteranlagen aufgrund der hohen Abgabemengen über einen Zeitraum von mehreren Tagen immer kürzer wird, kann eine angespannte Situation entstehen.
Warum „einfach größer bauen“ keine Lösung ist
Das gesamte System auf diese extremen Sommertage auszulegen ist aus Sicht der VersorgungsBetriebe wirtschaftlich und hygienisch unsinnig. Größere Brunnen, Filter und Leitungen würden im normalen Ganzjahresbetrieb die Betriebskosten massiv in die Höhe treiben, was letztlich den Wasserpreis für die Bürger verteuert.
Der achtsame Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins ist immer wichtig, nicht erst, wenn das System an seine Grenzen stößt.
Die Rolle der Tiefbrunnen – Versorgung bleibt wetterunabhängig sicher
Die Trinkwasserversorgung in Lauenburg/Elbe basiert auf Tiefbrunnen, die Wasser aus tiefen, gut geschützten Grundwasservorkommen fördern. Diese Strategie ist ein zentraler Baustein für eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung:
Die Tiefbrunnen der VersorgungsBetriebe reichen in Tiefen von über 130 Metern. Dadurch können geschützte und qualitativ hochwertige Grundwasservorkommen genutzt werden. Durch die Nutzung tiefer Grundwasserleiter ist die Trinkwasserversorgung weitgehend unabhängig von Witterungseinflüssen und Trockenperioden an der Oberfläche.
Die goldenen Regeln für den Sommer
Alle Wasserversorger sind sich einig – damit der Druck in den Leitungen stabil bleibt, sollte jeder Haushalt folgende Punkte beherzigen:
- Hauptverbrauchszeiten meiden: Morgens und in den frühen Abendstunden ist das Netz durch den alltäglichen Hygiene- und Haushaltsbedarf maximal ausgelastet. Zusätzliche Verbräuche sollten tabu sein.
- Die 22-Uhr-Regel nutzen: Wer seinen Garten gießen oder den Pool nachfüllen möchte, sollte dies möglichst in den späten Abendstunden ab etwa 22 Uhr oder vor Sonnenaufgang tun. Das schont das Netz und verhindert, dass das Gießwasser in der Hitze direkt unnötig verdunstet.
- Verzicht auf Luxusverbräuche: Das flächige Sprengen von Rasenflächen mit kostbarem Trinkwasser sollte bei extremer Hitze komplett vermieden werden. Bäume, Beete und Nutzpflanzen haben Vorrang vor Zierrasen. Wo möglich, sollte Regenwasser genutzt werden
Bewässerung effizient gestalten:
- lieber gezielt an den Wurzeln gießen statt großflächig sprengen
- selten, aber durchdringend gießen statt häufig und nur oberflächlich
- wo möglich Mulch verwenden, um Verdunstung zu verringern.
Die VersorgungsBetriebe Elbe GmbH dankt allen Bürgerinnen und Bürgern, die mithelfen, die Trinkwasserversorgung stabil zu halten. Mit ein wenig Rücksichtnahme und Planung können wir auch diese Hitzewelle gut bewältigen, ohne dass Komfort und Versorgungssicherheit leiden.