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Erste e-Tankstelle in Betrieb genommen

Die Schleswig-Holsteiner kaufen bisher kaum Elektrofahrzeuge, weil die Infrastruktur fehlt. Und potenzielle Betreiber von Ladesäulen investieren nicht, weil die Nachfrage fehlt. Dieses sogenannte Henne-Ei-Problem soll nun durchbrochen werden.

Rund 100 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge gibt es zurzeit in Schleswig-Holstein - und die Zahl soll erheblich größer werden. Laut Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) sollen bis Ende 2018 weitere 80 Ladesäulen von den Verbandsmitgliedern aufgebaut werden. Die VersorgungsBetriebe Elbe GmbH trägt dazu einen beachtlichen Anteil bei. „Insgesamt werden wir in 2017 vier öffentlich zugängliche Ladesäulen in unserem Versorgungsgebiet in Betrieb nehmen; zwei in Lauenburg und zwei in Boizenburg“, erklärt Christian Meyer (Technischer Leiter der VBE). „Bis Ende 2018 sollen weitere folgen.“

Die erste Ladesäule mit zwei Normalladepunkten (2x22 kW Ladeleistung) steht ab jetzt zentrumsnah vor der Betriebsstätte der VBE in der Hamburger Str. 9-11 für jedermann rund um die Uhr zur Abgabe von kostenlosem Öko-Ladestrom zur Verfügung. An den Säulen der VBE können auch E-Roller und E-Bikes geladen werden. Zum Entriegeln der Anschlusssteckdosen wird lediglich ein RFID-Chip, wie er zum Beispiel in den neuen Personalausweisen enthalten ist, benötigt. In Kürze können sich unsere Kunden hierfür aber auch eine gesonderte RFID-Card in ihrem Kundenzentrum abholen.

Die Bezahlung des Ladestroms wird an den Säulen der VBE erst eingeführt, wenn sich die Investition in die Anbindung an eine Bezahlplattform lohnt bzw. gesetzlich vorgeschrieben wird.

Die Gesamtkosten der Ladesäule einschließlich Tiefbau, Netzanschluss, Beschilderung, etc. belaufen sich auf ca. 15.000 EURO. Die Stadt Lauenburg erhält für die heute eingeweihte Ladesäule allerdings Fördergelder in Höhe von 5.000 Euro aus dem Programm „Ladesäulen für Elektroautos in Kommunen der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH“. Für zwei weitere Ladesäulen hat die VBE selbst Fördermittel des Bundes beantragt und inzwischen auch zugesagt bekommen.

Die Fördermittel von bis zu 40% der Gesamtkosten einer Ladesäule, die auch von privaten Investoren bzw. Unternehmen beantragt werden können, werden sowohl für Normalladepunkte als auch für Schnellladepunkte vergeben. Es ist jedoch nicht jeder Standort für eine aktuell etwa viermal teurere Schnelladestation geeignet. „Zukünftig sollen solche Stationen mehr als 150 kW elektrische Leistung zur Verfügung stellen, damit das Laden auch wirklich schnell geht! Um Beeinträchtigungen für die allgemeinen Netzkunden zu vermeiden, müssen diese Schnelladestationen direkt an einer vorhandenen oder neu zu errichtenden Trafostation am Mittelspannungsnetz angeschlossen werden“, erläutert Meyer.

Neben der VersorgungsBetriebe Elbe GmbH engagieren sich in Lauenburg weitere Firmen für die Förderung der Elektromobilität. Schon seit längerer Zeit bietet die Firma ESC einen halböffentlichen Ladepunkt und in Kürze werden auch auf dem Gelände der Fa. Worlée Chemie mehrere Lademöglichkeiten für eigene Firmenfahrzeuge sowie für die Fahrzeuge von Angestellten und Besuchern errichtet.

In der sogenannten „Markthochlaufphase“ werden aber die VersorgungsBetriebe Elbe, wie auch viele andere Stadtwerke im Norden, ihre Vorreiterrolle beim Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur wahrnehmen und so einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

Übrigens: Für Kunden, die sich ein Elektrofahrzeug anschaffen und dies überwiegend an der heimischen Steckdose bzw. Wallbox laden, bietet die VBE einen besonders günstigen e-Mobil-Tarif an. Voraussetzung hierfür ist ein Zweizeiten-Tarifzähler. Bei Interesse sprechen Sie uns gerne hierzu an.

 

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